Sacharow-Stipendium

Andrej Sacharow war ein herausragender Wissenschaftler, bevor er zum Menschenrechtsaktivisten und Dissidenten wurde. In der Auseinandersetzung mit dem totalitären Sowjetregime stützte sich Sacharow nicht nur auf humanistische Ideale, sondern auch auf die Idee einer besonderen Verantwortung der Wissenschaft.

Sacharow zufolge ist es Aufgabe der Wissenschaft, die geistige Freiheit zu verteidigen – eine „unvoreingenommene und furchtlose Diskussion“ über die Probleme der Menschheit führen zu können, die sich der Demagogie und Manipulation autoritärer und populistischer Politiker widersetzt.

Deshalb hat die Deutsche Sacharow Gesellschaft ein Andrej-Sacharow-Stipendium für geistige Freiheit ausgelobt, mit dem wir politisch verfolgte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterstützen und das geistige Erbe Sacharows würdigen.

Sacharow-Stipendien für russische Kultur­wissen­schaft­lerinnen

Sacharow-Stipendien für russische Kultur­wissen­schaft­lerinnen

Zum dritten Mal haben die Deutsche Sacharow Gesellschaft, die Ruhr-Universität Bochum und das Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam die Andrej-Sacharow-Stipendien für geistige Freiheit vergeben. Die neuen Stipendiatinnen sind Svetlana Eremeeva (Bochum) und Daria Ganzenko (Potsdam).

„Das Unverständnis für die ideologischen Wurzeln dieses Krieges ist frappierend“

„Das Unverständnis für die ideologischen Wurzeln dieses Krieges ist frappierend“

Die russische Historikern Evgenia Lezina (Ljosina) ist im akademischen Jahr 2024/25 Sacharow-Stipendiatin. Im Interview erläutert die KGB-Expertin, die seit 2018 am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) forscht, ihre Sicht auf den Krieg gegen die Ukraine und seine Ursachen. Und kommt zu interessanten Schlussfolgerungen.

„Größer als man selbst sein und besser handeln, als man ist“

„Größer als man selbst sein und besser handeln, als man ist“

Die russische Philosophin Tatiana Levina ist die dritte Wissenschaftlerin, die ein Andrej-Sacharow-Stipendium für geistige Freiheit erhalten hat. Levina promovierte 2007 zum Thema „Anthropologie des Kinos“ an der Moskauer Lomonossow-Universität. Bis 2020 lehrte sie an der Higher School of Economics (HSE) in der russischen Hauptstadt. Seit 2021 ist sie in Deutschland, wo sie zunächst am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen wirkte. Im Sommersemester 2024 ist sie als Sacharow-Stipendiatin an der Bochumer Ruhr-Universität.

„Ein Privileg, Zuflucht und Trost in der Forschung zu finden“

„Ein Privileg, Zuflucht und Trost in der Forschung zu finden“

Ksenia Krimer hat in den USA, Budapest und Jerusalem Judaistik und Geschichte studiert. 2011 zog sie in ihre Heimatstadt Moskau zurück, wo sie als freie Historikerin und Übersetzerin arbeitete. Seit 2022 forscht Krimer als Gastwissenschaftlerin am Leibniz-Zentrum für...