Presseerklärung der Deutschen Sacharow Gesellschaft zu Verleihung des Friedensnobelpreises
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Berlin, den 7. Oktober 2022. Mit großer Freude hat die Deutsche Sacharow Gesellschaft die Entscheidung des norwegischen Nobelkomitees zur Kenntnis genommen, den diesjährigen Friedensnobelpreis an Ales Bialiatski, die von Andrej Sacharow mitgegründete Bürger- und Menschenrechtsorganisation Memorial und die ukrainische Menschenrechtsorganisation „Zentrum für bürgerliche Freiheiten“ zu verleihen und gratuliert den Preisträgerinnen und Preisträgern von Herzen. „Mit dieser Entscheidung macht das Komitee klar, dass in diesen Zeiten des Angriffskrieges gegen die Ukraine und der massiven Unterdrückung der unabhängigen Zivilgesellschaft in Russland und Belarus die Hoffnung für Frieden, Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit gerade in denjenigen mutigen Menschen liegt, die sich unter Inkaufnahme hoher persönlicher Risiken unbeirrt und unerschrocken für diese Werte einsetzen,“ so Caroline von Gall, Vorstandsmitglied der Deutschan Sacharow Gesellschaft. „Mit der Preisverleihung an Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft in allen drei Ländern setzt das Komitee zugleich ein Zeichen der Ermutigung gegen die Spaltung der internationalen Zivilgesellschaft, auf die die russische und belarusische Führung setzen,“ so von Gall weiter.

„Es bleibt zu hoffen, dass sich die Bundesregierung und die Landesregierungen jetzt nicht auf Glückwünsche beschränken, sondern auch Mitgliedern der ausgezeichneten Organisationen und andere Aktivist/innen aus Belarus und Russland, die ihr Land verlassen mussten, hier endlich einen humanitären und dauerhaften Aufenthaltsstatus gewähren, der ihnen die Fortsetzung ihrer wichtigen Arbeit ermöglicht. Es bedarf jetzt praktischer Solidarität!“, sagte von Gall.

 

Pressekontakt: mail@sacharow.de